Die Brüder-Grimm-Schule in der Corona-Zeit

Seit Mitte März bestimmt die Covid-19-Pandemie unser Leben und Arbeiten. Auch die Schulen sind von dieser außergewöhnlichen neuen Situation mit all ihren Einschränkungen betroffen.

Zu Beginn der Pandemie stellte sich das Kollegium der Brüder-Grimm-Schule spontan dem Homeschooling und passte dieses individuell an das Alter der SchülerInnen an. Je nach Klasse wird dies nun auf verschiedene Arten organisiert. In der Sekundarstufe und in der 4.Klasse erhält jeder Schüler und jede Schülerin eine eigene Email-Adresse, um am Onlineunterricht in Teams teilzunehmen und mit den LehrerInnen zu kommunizieren. Das Verteilen von Wochenplänen und Übungsmaterial erfolgt größtenteils über das Lernportal Hessen, die Schulhomepage oder über Teams. Auf der Homepage befinden sich darüber hinaus die Rubriken „EDV“ und „Corona“. Unter der Rubrik „EDV“ sind Anleitungen und Hilfestellungen zum Schulportal Hessen und zu Office 365 zu finden. Die Rubrik „Corona“ stellt die neuesten Informationen zu Corona dar. Das Kollegium der Grundschule und Sekundarstufe nutzt des Weiteren Onlineprogramme wie Antolin, Anton oder Geogebra. Zum besseren Verständnis der Unterrichtsinhalte werden den SchülerInnen überdies selbstgedrehte oder Online-Lernvideos zur Verfügung gestellt.

Der Austausch des Kollegiums findet regelmäßig in Online-Konferenzen über Teams statt. Gleichzeitig erfolgen innerhalb des Kollegiums individuelle Absprachen, um die aktuelle Situation bestmöglich zu meistern und zu organisieren.

Der Gedanke, ein paar Wochen nicht in die Schule gehen zu müssen, erzeugte bei einigen SchülerInnen zu Beginn der Covid-19-Pandemie zunächst Freude. Jedoch stellte sich schnell heraus, dass diese Situation nicht nur Vorteile mit sich bringt. So berichten SchülerInnen der Brüder-Grimm-Schule, dass sie ihre Freunde vermisst und sich so sehr auf die bevorstehende Klassenfahrt gefreut haben. Neben dem längeren Schlafen und fehlendem Regelunterricht musste allerdings auch gleichzeitig der Lernstoff in den Kopf. Was für gut organisierte SchülerInnen kaum ein Problem war, stellte für andere hingegen eine große Hürde dar. Des Weiteren erfolgte die Verteilung und Vermittlung des Lernstoffes bei den LehrerInnen auf unterschiedlichen Wegen. Dies war für manche SchülerInnen zum Teil verwirrend, sodass sie gelegentlich den Überblick verloren haben. Darüber hinaus äußern SchülerInnen, dass sie nicht jederzeit die Möglichkeit hatten, den PC und das WLAN zu nutzen.

Eine weitere Unsicherheit zeigen die SchülerInnen bei der Zusammensetzung ihrer Zeugnisnoten. Vielen sei unklar, wie das zweite Schulhalbjahr 2019/20 bewertet werden solle. Außerdem besteht die Angst, die eigenen Noten nicht verbessern zu können. Bei den SchülerInnen, die im Schuljahr 2020/2021 ihren Abschluss an der Brüder-Grimm-Schule absolvieren möchten, kam die Frage auf, wie das nächste Schuljahr ablaufen wird. Sie eruierten, ob der fehlende Unterrichtsstoff aufgeholt und der Abschluss bei weiterhin bestehender Situation verändert werden würde. Als zusammenfassende Rückmeldung der SchülerInnen lässt sich festhalten, dass sich diese vermehrt auf die Schule freuen, um so ihre Freunde zu sehen und den Unterrichtsstoff im Regelunterricht vermittelt zu bekommen.

Von Seiten der LehrerInnen wurden wie auch bei den SchülerInnen Vor- und Nachteile des Home-Schoolings  deutlich. Einige LehrerInnen äußerten, dass nicht immer alle SchülerInnen leicht zu erreichen waren. Die Kommunikation über Teams stellte jedoch eine Erleichterung dar, um sich mit der kompletten Lerngruppe auszutauschen und Unterrichtsstoff beispielsweise per Teilung des Bildschirms zu vermitteln. Mithilfe von Teams haben die SchülerInnen und Lehrerinnen ebenfalls im direkten Austausch gestanden, wodurch Fragen und Probleme schnellstmöglich geklärt werden konnten. Der eigene Wunsch der LehrerInnen, bestmöglich und individuell Rückmeldung zu den Schülerarbeiten zu geben, war überdies mit einem großen Zeitaufwand verbunden. Jedoch wurde von Seiten der SchülerInnen reflektiert, dass gerade diese essenziell für den eigenen Lernprozess sei. Des Weiteren wurde rückgemeldet, dass SchülerInnen, die im Unterricht eher ruhig sind und sich mündlich weniger beteiligen, positiv durch die fleißige und disziplinierte Abgabe der Schülerarbeiten aufgefallen sind.

Ein weiterer Vorteil, der mit der Corona-Pandemie einhergeht, ist die schnelle Umsetzung der Digitalisierung des Unterrichts. Aufgrund der Schließung der Schulen war das Kollegium spontan dazu angehalten, sich den digitalen Medien und Möglichkeiten zu stellen. Somit nutzte die Brüder-Grimm-Schule die Chance, einen großen Sprung in Richtung „Digitales Lernen“, wie es bereits in anderen europäischen Ländern seit Jahren praktiziert wird, zu forcieren.

In dieser außergewöhnlichen Zeit zeigt sich insgesamt, dass die Brüder-Grimm-Schule von einer breiten Gemeinschaft aus SchülerInnen, Eltern, Kollegium und Schulleitung getragen wird. Die Schule bedankt sich insbesondere bei allen Eltern für die tatkräftige Unterstützung, die sie in Zusammenarbeit mit der Schule in dieser Zeit leisten und geleistet haben.

Stellvertretend für die ganze Schulgemeinde:  Schulleitung: G. Seib, F. Becker, R. Gärtner; Schulelternbeirat: K.-H. Hach, N. Noll-Bartholomä, Schulförderverein: J. Eurich, Schülervertretung: J. Galic, A. Milijenko